· 

Etappe 8: von Ávila nach Cáceres

Cáceres hat mich auf seine Weise genauso beeindruckt wie Avila. Auch die Fahrt dorthin. Eine wilde, weite Landschaft in luftiger Höhe, Dörfer die irgendwo im Wilden Westen sein könnten. Über Mittag kein Mensch auf der Straße, auf den Weiden viele Schafe, wenige Kühe, Kleinwüchsige Bäume mit buschigen Kronen, die mich vom Aussehen an die Bäume der Spielzeugeisenbahn  meines älteren Bruders erinnerten. Und tatsächlich nutzen Cineasten die Landschaft der Extremadura immer wieder für Filmaufnahmen.

 

In Cáceres selbst finde ich das Hotel fast sofort. Günstig ist die integrierte Tiefgarage. Endlich mal kein umständliches Geschleppe vom Auto zum Hotel, die Hunde meist im Schlepptau, da ich sie nie lange alleine im Auto lasse. Edda ist ein Schatz und macht alles gut mit. Meist kann ich sie ohne Leine laufen lassen. Bei Bonzo muss ich nicht daran denken, weil er in jeder Stadt mit den vielen neuen Gerüchen erst einmal sehr aufgeregt ist. 

 

In Cáceres zahle ich stolze 25 Euro/Hund und soll sie nicht allein im Hotelzimmer lassen. Anscheinend hat das Hotel schlechte Erfahrungen mit Hunden bzw. deren Besitzern gemacht. Ich halte mich nicht daran, denn ich möchte zumindest etwas von dieser außergewöhnlichen historischen Stadt sehen. Kurz vor 18.00 Uhr komme ich noch in eine Kirche hinein (ich muss noch ein,mal nachschauen, wie sie hieß - ich meine Santa Maria; in der Nähe des Hauptplatzes, des Plaza Mayor gelegen). Der Kirchturm ist heute geöffnet, und ich flitze die Treppen hinauf. Oben habe ich eine super Aussicht auf ein in warmes Abendlicht getauchte Cáceres. Die Tauben gurren, von unten dringt außerdem Flötenmusik der Renaissancezeit hinauf. Ich bin allerdings in praktische Outdoorkleidung gewandet und nicht wie eine Burgfrau. Die Stimmung hat etwas für sich in luftiger Höh. Nach etwa 20 Minuten mache ich mich an den Abstieg. Auf halbem Weg kommt mir ein Herr um die 65 Jahre entgegen und fragt mich, ob es sich denn lohne. Ich antworte mit "auf jeden Fall". Ob es denn noch weit sei. Ich antworte: "Sie haben es fast geschafft". Das stimmt nicht ganz, aber es wäre wirklich schade, wenn der Besucher an diesem Punkt aufgegeben hätte. Ich quetsche mich an ihm vorbei. Es ist schon ganz schön eng auf der Wendeltreppe aus Stein.

 

Am Plaza Mayor hat die Tourist Office mittlerweile zu. An einem Restaurant spricht mich eine junge Frau an, ob ich essen wolle. Ich antworte mit "Si, una cosita." Großen Hunger habe ich nicht, aber eine Suppe wäre schon toll. Die Suppe ist dann etwas Humus artiges, was gut schmeckt und anscheinend auch ohne Fleisch ist. Die zweite "Kleinigkeit" ist für mich leider nicht essbar. Ich hatte "sine carne" gesagt, "ohne Fleisch". Anscheinend zählt Speck im Land von "jamón" und "chorizo" nicht als echtes Fleisch. 

 

Als ich zurück im Hotel bin, begrüßt mich Bonzo wie immer mit großer Begeisterung während Edda zufrieden weiter schnarcht. Ich muss sie für einen letzten Gang aber dann doch raus bitten.

An diesem Abend gehe ich fast euphorisch ins Bett. Es sind nur noch wenige Tage ...