· 

Etappe 4: Von Chenehutte-Trèves-Cunault nach Royan


Zugegeben: richtig viele Kilometer haben wir heute nicht gemacht. Um genau zu sein: nur 235. Die Hunde haben es mir gedankt.

 

Als ich heute Vormittag von St. Jean aus losfahren wollte, hatte es Edda sehr eilig, zurück ins Haus zu kommen. Sie wollte partout nicht reisen. Aber es half nichts. Ich war nicht froh, mich von meinen Freunden und dem netten Vermieter und Nachbarn trennen zu müssen, aber von der feuchten Kälte hatten ich und vor allem auch meine Knochen genug. Vielleicht war's ja genauso richtig, um Lust zu haben, weiter zu ziehen.  Zum Abschied, kurz vor der Abfahrt, gab's für eine wache Birne noch einen leckeren Espresso von Vermieter Jound ein paar Einheiten sauberes Französisch. Ein älterer, sehr freundlicher Nachbar, der mich früher öfter mit Biogemüse aus dem eigenen Garten versorgt hatte, war auch kurz vorbei gekommen und nahm eine fake Kaffee zu sich.

 

Das Auto zu packen war wieder eine echte Aufgabe, vor der es mir ein wenig gegraut hatte. Dank Vakuumbeuteln klappte es auch diesmal wieder. Und jetzt habe ich so gepackt, dass ich wirklich Ordnung habe und genau weiß, was wo ist.

 

Das Haus zur Übergabe zu putzen hatte aber doch etwas über eine Stunde gedauert. So kam ich verspätet los und rechtzeitig zu einem Spaziergang am späten Nachmittag in Royan an. Dieses Städtchen am Atlantik scheint mehr Zebrastreifen zu haben als Straßen. Ich habe aufgepasst wie ein Luchs, dass ich keinen Senior überfahre, von denen es nur so wimmelte.

 

Das Hotel ist ausgerechnet in der Straße "Rue des Amazones". :)

 

Bonzo entdeckt vom Minibalkon aus in dem darunter liegenden Garten zwei französische Jagdhündinnen und nervte mich eine Zeitlang mit penetrantem Gefiepe. Ich habe dem ein Ende bereitet, indem ich zur Leine griff und mit meinen beiden raus ans Meer bin.

Für Edda war es eine Rückkehr zu ihren Wurzeln. Sie wurde in Oldenburg geboren und hat ihre ersten Lebensjahre an der Nordsee verbracht, Ich hatte den Eindruck, dass sie dieses Lebensgefühl Meer wieder erkannte. Sie versuchte sie erst gar nicht vom Wasser zu probieren. Ganz so, als wüsste sie, dass es nicht zum Saufen taugt. Für Bonzo war's die erste Begegnung. Begeistert rannte er am Strand auf und ab, versuchte zu saufen, ließ es aber schnell wieder bleiben.

 

Heute geht's früh ins Bett, denn morgen möchte ich ausgeruht sein und nicht ganz so spät los.

 

Es geht weiter nach Biarritz.