· 

Etappe 3: Von Troyes /Aube nach Chenehutte-Trèves-Cunault / Pays de la Loire

Fotos von oben nach unten und von li nach re: Foto 1: Bonzo ist begeistert von "seinem" neuen Strand: 1000 Düfte, Wasser unendlich, Sand zum Wühlen und Wind für die Sturmfrisur. Foto 2: Mein Meditationssitz mit Ausblick auf die ehemalige Einsiedelei von St. Jean (12. Jh.). Edda hat auch Position bezogen. Foto 3: Häuser mit (noch unbepflanzten) Nutzgärten im benachbarten Chenehutte. Foto 4: Blick auf die Loire von Chenehutte aus Richtung Trèves (3 Km entfernt). Foto 5: Und wieder die Loire von Chenehutte aus. Foto 6: eine begrünte Steinmauer. Foto 6. 4- Sterne- Hotel und Restaurant Le Prieuré. Die Ursprünge des Schlosses gehen auf das 10. Jh. zurück. Damals war es ein Benediktinerkloster.  Im 19. und 20. Jh bauten es die Grafen de l'Aubépin und de Castellane zum Schloss um. Auf den Höhen gibt es schöne Wanderwege.


Die Gegend hier nennt man auch "La douce France". Das Klima ist mild. Und in einem heißen Wasser bringen die Winde des Atlantik und die Luftfeuchtigkeit  der Loire Erfrischung. Bei unserer Ankunft freue ich mich nach Monaten mit Massen an Schnee hier bereits die ersten Frühlingsboten zu sehen: Gänseblümchen, Kirschblüten und andere Sträucher zeigen, dass der Frühling nah ist.

 

Unser erster Besuch gehörte der unglaublichen Loire, die je nach Wasserstand ständig ihr Aussehen ändert und vielen Vogelarten ein Zuhause bietet. Schwimmen ist nicht erlaubt: zu viele Strudel, und die Strömungen sind auch nicht zu unterschätzen.

 

Wir haben in St. Jean, einem etwas außerhalb des Dorfes Chênehutte gelegenen Weilers mit vielleicht 30 Einwohnern Quartier in einem gut 200 Jahre alten Tuffsteinhaus bezogen. Dort habe ich vor gut 9 Jahren zehn Monate mit meiner jüngeren Tochter gewohnt. Ein Glücksfall in jeder Hinsicht. Der Vermieter ist ein sehr verträglicher und hilfsbereiter Mensch, der die zweite Hälfte des alten Hauses Familienmitgliedern und Freunden bei Bedarf und nach Absprache zur Verfügung stellt. Zur Loire ist es vom Haus aus nur ein Katzensprung, und der Schulbus hielt damals auf dem offenen Platz gegenüber. Meine Tochter besuchte eine Zwergenschule in Cunault, etwa fünf Kilometer westlich Richtung Gennes. Noch gibt es diese Schule, aber niemand weiß wie lange, denn auch in Frankreich muss gespart werden, und die Kinder und Jugendlichen werden seit einigen Jahren zentral in großen Schulen zusammengefasst.

 

Damals waren es rund 60 Schülerinnen und Schüler auf die fünf Klassenstufen, die eine französische Grundschule hat, verteilt. Die Kinder wurden klassenübergreifend unterrichtet. Auch das ist ein Relikt, das aber durchaus Vorteile mit sich bringt. Legendär ist auch die Küche von Angela an dieser "Groupe Scolaire" in Cunault. Einfache, gesunde Mittagessen, frisch zubereitet und nicht teurer als das Kantinenessen, das sonst an die Schulen geliefert wird. Als Angela einmal ausfiel, und stattdessen aufgewärmtes Essen in Edelstahlbehältern auf den Schulhof rollte, war die Schule dem Aufstand nahe. Angela habe ich wieder gesehen. Sie ist nach wie vor eine beliebte Küchenfee.

 

Cunault ist ein sehr hübsches Dorf mit einer beeindruckend schönen romanischen Prioratskirche: Notre Dame. Dort finden immer wieder Konzerte statt. Sozusagen Kultur auf dem Land.